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Picual Olivenöl: Warum diese spanische Sorte ein Viertel der Weltproduktion ausmacht

  • vor 4 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Kaum eine Olivensorte ist so bedeutend und gleichzeitig so unbekannt wie Picual. Rund ein Viertel des weltweit gepressten Olivenöls stammt aus dieser einen Sorte, und trotzdem können die wenigsten mit ihrem Namen etwas anfangen. Wer einmal verstanden hat, was Picual geschmacklich und geschichtlich auszeichnet, wird die Sorte im Regal kein zweites Mal übersehen.


Hier verkosten wir ein Picual Olivenöl gemeinsam:



Herkunft: Jaén, das Herz der spanischen Olivenölproduktion


Picual Olive Olivenöl Andalusien

Picual stammt aus der andalusischen Provinz Jaén, dem größten zusammenhängenden Olivenanbaugebiet der Welt. Rund 60 Millionen Olivenbäume prägen dort die Landschaft, ein Großteil davon Picual-Bäume, so weit das Auge reicht, Hügel um Hügel. Diese schiere Fläche und die hohe Ölausbeute der Sorte erklären, warum Picual heute weltweit die meistangebaute Olivensorte für die Ölproduktion ist. Der Name selbst geht auf die spitz zulaufende Form der Frucht zurück, "pico" bedeutet im Spanischen so viel wie Spitze oder Schnabel. Kaum eine andere Region hat den globalen Olivenölmarkt so geprägt wie Jaén, und kaum eine Sorte steht so sehr für die spanische Ölproduktion wie Picual.


Geschmacksprofil: Was macht Picual so unverwechselbar?


Picual-Olivenöl wird meist früh geerntet, aus noch grünen Oliven, und genau das prägt sein Aroma entscheidend. In der Nase zeigt sich zunächst Tomatenblatt und frisch gemähtes Gras, gefolgt von einer feinen Grapefruit-Note, die bei manchen Chargen von einem Hauch Artischocke begleitet wird. Im Mund entfaltet sich ein kräftiges, bitteres und pfeffriges Profil mit einem deutlich spürbaren Kick im Rachen. Verantwortlich dafür sind die Polyphenole, sekundäre Pflanzenstoffe, an denen Picual im Vergleich zu vielen anderen Olivensorten besonders reich ist. Sie sorgen nicht nur für den intensiven, kantigen Charakter, sondern machen das Öl auch widerstandsfähiger gegenüber Oxidation und damit länger haltbar. Auch optisch verrät die frühe Ernte einiges: Picual-Öl zeigt sich meist in einem satten Grasgrün mit einem goldenen Schimmer, ein Hinweis auf den hohen Chlorophyllgehalt der

jung gepflückten Oliven.


Vielseitig in der Küche: Wie Picual Olivenöl am besten zur Geltung kommt


Picual Olivenöl Olive Andalusien

Roh entfaltet Picual sein Aroma am eindrucksvollsten. Klassisch kommt es auf geröstetem Tomatenbrot zum Einsatz, in einem kalten Gazpacho oder Salmorejo, oder großzügig über gegrilltes Gemüse, Hülsenfrüchte und würzigen Käse geträufelt. Die kräftige, leicht bittere Note hält dabei auch neben intensiven Aromen gut stand, statt sich dahinter zu verstecken. Weniger bekannt ist, dass sich Picual zudem hervorragend zum Braten eignet. Durch seinen hohen Anteil an Ölsäure zählt es zu den hitzestabilsten Olivenölen überhaupt, ein klarer Vorteil gegenüber milderen Sorten, die bei hohen Temperaturen schneller an Qualität verlieren. Der verbreitete Mythos, natives Olivenöl extra sei zum Erhitzen ungeeignet, lässt sich bei Picual also klar widerlegen.


Ein Öl mit Charakter


Picual ist kein Öl für den Hintergrund. Es fordert, es fällt auf, und genau darin liegt sein Reiz: Ein Öl, das grün-frisch beginnt und mit einer pfeffrigen Schärfe endet, bleibt in Erinnerung. Wer robuste, ausdrucksstarke Olivenöle mag, findet in Picual eine der spannendsten Sorten, die Spanien zu bieten hat, und ein Öl, das sich sowohl roh als auch in der Pfanne behauptet.

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