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Kürbiskernöl aus Deutschland

Auf einem Familienbetrieb am Niederrhein wachsen Ölkürbisse - in ihnen enthalten ist der Rohstoff für das Öligarchen Kürbiskernöl. Um den Betrieb und den Landwirt Lukas Hinckers und die Familie kennen zu lernen, ging es rund 100 km Richtung Westen nach Uedem. Und ich muss sagen: Ich bin begeistert von dem Innovationsgeist und der Leidenschaft, mit der sich Gedanken über den Anbau, die Sorten und die Reinigungsprozesse gemacht werden.


Anbau von Ölkürbissen

Kürbisse sind eine Kultur, die sehr anfällig gegenüber Kälte und besonders Frost ist. Das bedeutet, die Aussaat findet erst gegen Ende April statt, wenn die Temperaturen stimmen.


Mit 75 Zentimeter Abstand werden die Kürbise in eine Reihe gelegt. So kann zwischen den Reihen wunderbar das Unkraut gehackt werden, damit der Kürbis sich optimal entwickeln kann. Während des gesamten Wachstums kommen keine Pflanzenschutzmittel zum Einsatz, weshalb ich absolut überzeugt von den Kürbiskernen vom Niederrhein bin.

Zur Ernährung werden Gülle und ein P-betonter Dünger mit Gesteinsmehl eingesetzt, um den Bedarf der hungrigen Gewächse sicherzustellen. Dabei wird selbstverständlich darauf geachtet, dass die Auswaschung von Nährstoffen extrem gering bleibt, denn jeder verlorene Nährstoff mindert den Ertrag und ist im Endeffekt verlorener Umsatz.

Bei der Vielzahl der Sorten, die ausgewählt werden, kommen viele Faktoren zum Tragen, die ich mir ehrlich gesagt vorher nicht vorstellen konnte. Es gibt beispielsweise stark rankende Sorten - was das Hacken von Unkraut erschwert. Andere reifen früh ab, liefern aber in trockenen Jahren weniger Ertrag, wieder andere haben besonders große Kerne. Am Ende kommen in Uedem drei Stammsorten zum Einsatz und es wird jedes Jahr mit einigen weiteren experimentiert.

Um die passende Qualität sicherzustellen werden selbstverständlich auch Analysen zu Rückständen durchgeführt und nur wenn diese in Ordnung sind, gehen die Kürbiskerne in den Handel und können weiter verwendet werden.


Wie werden Ölkürbisse geerntet?

Nach der Abreife, sobald sämtliches Laub abgestorben ist, werden die Kürbisse geerntet. Da sie mehrere Kilo wiegen können und die Anbaufläche groß ist, kommen Maschinen zum Einsatz. Hier wird es besonders spannend.

Mithilfe einer Art Fanggatter und Walzen werden sie in Reih und Glied gelegt. Danach geht es mit einem sogenannten "Igel" an die Ernte. Der Igel, ähnlich einem Wasserrad, befördert die Ölkürbisse vom Boden auf die nächsthöhere Ebene. Hier purzeln sie in eine Quetsche, in der sie zerteilt werden. Dahinter gelagert ist ein großes, rund laufendes Sieb, in dem Fruchtfleisch und Kürbiskerne grob voneinander getrennt werden.

Vom Feld herunter kommen die Kerne in die nächste Station, die Waschanlage.


Reinigung der Kürbiskerne

Da noch einiges Fruchtfleisch an den Kernen hängt, kommen sie zuerst in die außen gelegene Waschstraße. Hier transportiert sie eine Schnecke etwa drei Meter in die Höhe in eine langgezogene Trommel. Die Kerne werden hier wassersparend durchgespült und anschließend mit frischem Wasser endgültig gereinigt. Am Ende der Waschtrommel fallen die Kerne in große Boxen. Von hier aus werden sie in die nächste Station gebracht.



Kürbiskerne trocknen

An dieser Stelle wird es heiß! Bei bis zu 70°C werden die Kürbiskerne getrocknet. Dafür kommen je Charge fünf Tonnen Kürbiskerne in eine große Wanne, in der heiße Luft langsam durch die Kürbiskerne steigt. Doch geschieht das ohne Durchmischung, backen die Kürbiskerne aneinander und lassen sich kaum lösen. Außerdem werden die unteren Kerne sehr heiß und trocken, während die oberen den ganzen, feuchten Dampf abbekommen. Es fährt also durchgehend eine Schraube durch die Kürbiskerne und mischt von unten nach oben. Innerhalb von ca. 14 Stunden sind die Kerne trocken genug und können abgesackt werden.

Doch halt! Es haben sich kleine, helle Häutchen gebildet. Ähnlich wie wenn stärkehaltiges Wasser trocknet und sich eine Art "Stärkefolie" bildet. Diese beeinträchtigt nicht nur das Aussehen, sondern auch die weitere Nutzung und Verarbeitung der Kerne.

Es muss also über ein rüttelndes Gebläse genau diese feine Haut entfernt werden. Ist das geschehen, können die Kerne endgültig abgesackt und geröstet, gepresst, verbacken oder einfach roh genossen werden.



Qualität Kürbiskernöl

Wie sichert man also die Qualität von Kürbiskernen? Indem man den Anbau, die Verarbeitung und die einzelnen Sorten genau nachvollziehen kann. Wenn man weiß, wo die eigenen Lebensmittel herkommen, ist die Sicherheit bereits sehr groß. Von einem Familienbetrieb angebaut und mit allen Details versorgt, kann ich mir sicher sein, beste Qualität einzukaufen. Es wurden alle Fragen ohne rumzudrucksen beantwortet und Prozesse erklärt. Ich durfte alle Maschinen und die gesamte Technik samt Lagerung sehen. Und so besteht das Öligarchen Kürbiskernöl aus dem Münsterland aus regionalen Rohstoffen, lokal angebaut und in Greven gepresst, zu 100% aus den Kürbiskernen aus Uedem.


Wer übrigens aus der Gegend kommt, oder dort Urlaub macht, findet noch viel mehr Köstlichkeiten direkt beim Lindchen.


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